Logische Container
Diese Seite beschreibt physische und logische Container, wie Datapoints in SIWENOID importiert werden und wie logische Container es Ingenieuren ermöglichen, die importierte Datapoint-Struktur für den täglichen Betrieb neu zu organisieren.
Physische Container — Verbindung zu einer Steuerzentrale
Ein physischer Container repräsentiert eine Sicherheitssteuerzentrale (Control Panel), mit der SIWENOID kommuniziert. Jeder physische Container entspricht einem realen Panel am Standort — zum Beispiel einer Siemens Brandmeldezentrale, einer Bosch Einbruchmeldeanlage, einem Hikvision Rekorder oder jedem anderen unterstützten System.
Beim Erstellen eines physischen Containers definiert der Ingenieur die grundlegenden Verbindungsparameter: IP-Adresse des Panels, Protokoll sowie weitere herstellerspezifische Einstellungen. Der physische Container wird anschließend zum Root-Knoten für alle aus diesem Panel importierten Datapoints.
Import von Datapoints aus einem Panel
Die im Steuerpanel konfigurierten Datapoints — Detektoren, Zonen, Eingänge, Ausgänge, Kameras — müssen in SIWENOID importiert werden, bevor sie überwacht oder gesteuert werden können. SIWENOID unterstützt zwei Importmethoden je nach Paneltyp:
Dateibasierter Import (am häufigsten)
Der Ingenieur exportiert eine Konfigurationsdatei aus dem Hersteller-Tool (z. B. eine .sibx XML-Datei aus dem Siemens-Tool oder CSV-/TXT-Dateien anderer Hersteller). Diese Datei enthält die komplette Datapoint-Struktur des Panels. In SIWENOID geht man zu File → Settings → Physical Structure, wählt den physischen Container aus und klickt auf Import metafile, um die Datei zu laden.
SIWENOID liest die Datei ein und erstellt eine Baumstruktur unter dem physischen Container — exakt entsprechend der im Panel vorhandenen Sektion-, Zonen- und Detektorstruktur. Nach dem Import ist das System betriebsbereit: Signale erscheinen im Signal-Log und Befehle können an das Panel gesendet werden.
Online-Browsing (einige Paneltypen)
Bei bestimmten Panels wie SPC-Einbruchmeldeanlagen können Datapoints direkt über eine Netzwerkverbindung ausgelesen werden. Der Ingenieur durchsucht dabei die Live-Datenstruktur des Panels und importiert sie in SIWENOID. Voraussetzung ist, dass das Panel vollständig in Betrieb ist und im Netzwerk erreichbar ist. Der dateibasierte Import hat den Vorteil, dass er bereits im Büro vor der Installation durchgeführt werden kann.
Synchronisation der physischen Struktur
Wenn sich die Panelkonfiguration ändert — neue Detektoren, geänderte Zonen oder entfernte Geräte — sollte der Export-Import-Prozess wiederholt werden, um SIWENOID mit dem Panel zu synchronisieren. Bei dateibasierten Systemen wird die aktualisierte Datei erneut importiert. Bei Online-Systemen wird die Struktur erneut ausgelesen und importiert.
Logische Container — Neustrukturierung der Datapoints
Nach dem Import entspricht die physische Struktur der Hardware-Topologie des Panels — Sektionen, Zonen und Detektoren werden exakt wie im Hersteller-Tool dargestellt. Diese Struktur ist technisch korrekt, entspricht jedoch selten der tatsächlichen Nutzung eines Gebäudes oder der Arbeitsweise der Operatoren.
Logische Container ermöglichen es, eine parallele, benutzerdefinierte Struktur zu erstellen, die Datapoints nach betriebsrelevanten Kriterien organisiert — z. B. nach Etagen, Bereichen, Funktionen, Mietern oder anderen logischen Gruppen. Ein logischer Container ist ein frei benannter Ordner, der beliebige Datapoints aus der physischen Struktur enthalten kann.
Ein wichtiges Merkmal, das im Screenshot sichtbar ist: Jeder Datapoint kennt weiterhin seinen physischen Ursprung. Das Feld PHYSICAL CONTAINER zeigt „Demo FAC“, auch wenn der Datapoint innerhalb eines logischen Containers angezeigt wird. Dadurch bleibt jederzeit nachvollziehbar, aus welchem physischen Panel der Datapoint stammt, und er kann jederzeit zurück in seine ursprüngliche Struktur eingeordnet werden.
Warum logische Container verwenden?
Physische Bäume spiegeln die Hardware wider — nicht jedoch die tatsächliche Nutzung eines Gebäudes oder die Art und Weise, wie Operatoren eine Anlage betrachten. Logische Container schließen diese Lücke. Typische Anwendungsfälle sind:
- Nach Etage oder Bereich — Gruppierung aller Detektoren im zweiten Stockwerk eines Gebäudes in einem logischen Container „Floor 2“, auch wenn diese Detektoren zu drei verschiedenen physischen Panels gehören.
- Nach Funktion — Gruppierung aller Ausgangsrelais, die Türschlösser steuern, in einem Container „Access control outputs“, unabhängig davon, zu welchem Panel oder Subsystem sie gehören.
- Nach Betreiberverantwortung — Gruppierung aller Datapoints eines Serverraums in einem Container „Server Room“, sodass das IT-Operator-Konto genau auf diesen Container beschränkt werden kann.
- Für Kartenorganisation — Erstellung eines logischen Containers, der einer Kartenansicht entspricht, sodass ein Workspace-Panel mit diesem Container dem Operator einen gefilterten Signal-Log genau für den dargestellten Bereich liefert.
- Für Reporting — Gruppierung von Datapoints nach Geschäftseinheit, Mieter oder Zone, um gefilterte Event-Log-Exporte zu vereinfachen.
Erstellen eines logischen Containers
Aus der Datapoint-Hierarchie heraus
- Öffne den Tab Datapoint Hierarchy.
- Rechtsklicke auf den Root-Node am oberen Ende des Baums.
- Wähle New container aus dem Kontextmenü.
- Gib einen Namen für den Container ein. Wähle einen Namen, der klar beschreibt, welche Gruppe dargestellt wird.
- Der neue logische Container erscheint sofort unterhalb des Root-Nodes und ist bereit, Datapoints aufzunehmen.
Hinzufügen von Datapoints zu einem logischen Container
Um einen logischen Container zu befüllen, ziehe beliebige Nodes aus dem physischen Baum per Drag & Drop auf den logischen Container. Ein einzelner Datapoint kann mehreren logischen Containern zugeordnet werden, ohne Konflikte — der Datapoint wird nicht dupliziert, sondern beide Strukturen verweisen auf denselben Datapoint.
Um einen Datapoint aus einem logischen Container zu entfernen, rechtsklicke auf den Datapoint innerhalb des Containers und wähle Remove from container. Der Datapoint bleibt im physischen Baum sowie in allen anderen logischen Containern erhalten.
Logische Container können verschachtelt werden. Ein Container kann sowohl Datapoints als auch weitere Container enthalten, wodurch mehrstufige Strukturen wie Gebäude → Etage → Raum möglich sind.
Verwaltung logischer Container über das Einstellungsmenü
Alle logischen Container können zentral über das Hauptmenü verwaltet werden. Navigiere zu File → Settings → Logical Containers.
Von hier aus kann der Ingenieur:
- Umbenennen — Klick auf den Containernamen und Eingabe eines neuen Namens. Das Umbenennen beeinflusst weder die enthaltenen Datapoints noch zugewiesene Objektberechtigungen.
- Löschen — entfernt den Container und seine logische Struktur. Die enthaltenen Datapoints werden nicht gelöscht, sondern bleiben im physischen Baum sowie in anderen Containern erhalten. Objektberechtigungen sollten nach dem Löschen überprüft werden.
- Neuen Container erstellen — über den Add-Button (Plus-Symbol) als Alternative zur Rechtsklick-Methode in der Hierarchie.
Logische Container und Objektberechtigungen
Logische Container sind eines der wichtigsten Werkzeuge zur Umsetzung von objektbasierten Zugriffsrechten in SIWENOID v2. In der Objektberechtigungs-Konfiguration können Rechte direkt auf einen logischen Container angewendet werden, wodurch der Zugriff eines Benutzers exakt auf die darin enthaltenen Datapoints beschränkt wird.
Vor der Konfiguration von Objektberechtigungen sollte der Ingenieur die Containerstruktur so planen, dass sie den gewünschten organisatorischen oder sicherheitstechnischen Grenzen entspricht — z. B. pro Etage, pro Mieter oder pro Sicherheitszone.
Wichtige Hinweise
- Logische Container existieren ausschließlich innerhalb von SIWENOID v2. Sie haben keine Entsprechung in den physischen Sicherheitssystemen und beeinflussen nicht die Funktion der angeschlossenen Panels.
- Die logische Struktur kann jederzeit geändert werden. Eine Reorganisation während des Live-Betriebs beeinflusst weder die Überwachung noch die Ereignisverarbeitung.
- Bei einem Backup der SIWENOID v2-Datenbank werden alle logischen Container und ihre Zuordnungen vollständig mitgesichert.
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